Innen und Außen: Die Auferstehung

2000, Diptychon, Mischtechnik, 66/69 cm

Ein Fenster (gelb) in den Innenraum der Persönlichkeit und eines (blau), durch welches der Mensch nach außen blickt und sich der Umwelt zeigt. Die Aspekte sind komplementär, aber gehören zusammen, ergänzen einander – Gelb und Blau.
Ausgangspunkt meiner Arbeit war der Gedanke, immaterielle Räume aufeinander zu beziehen. Die intensive Beschäftigung mit emotionalen und zeitlichen Räumen eröffnete neue Aspekte. Der Innenraum – als seelischer Raum verstanden – wird niemals durch seine jeweilige Umgebung definiert, sondern bedeutet eine Konstante. Unveränderlich – eine permanente Aufgabe der Existenz, zwischen Geburt und Tod. Der Außenraum, ob nun emotional oder zeitlich gesehen, stellt etwas unmittelbar Greif- und Erlebbares dar. Die Umgebung spielt in den Außenraum hinein, beeinflusst ihn, hinterlässt Schleifspuren, Kratzer, doch in der Kernsubstanz kann auch er nicht zerstört werden. Es wohnt ihm eine große Regenerationskraft inne. Dieses Spannungsfeld empfinde ich als etwas unglaublich Faszinierendes, weil es in sich abstoßende und anziehende Reaktionen zu vereinen vermag.
Der Betrachter von Außen kann den Innenraum nicht einsehen. Doch kann durch die komplementäre Verwandtschaft von Innen und Außen eine zarte Ahnung quasi als Zwischenraum entstehen.
In dieser Definition wäre der Zwischenraum absolut real und somit ist es der Zwischenraum, den es neu zu definieren gilt. Der Zwischenraum, der Schutz und Sicherheit vor der Welt bietet, hinter dem das wahre Innere liegt.