ICH.formen

ICH.formen Ein partizipatives Kunstprojekt

Idee und Konzept, 2006 von Greta Znojemsky

Realisation
ICH.formen wurde bisher in zwei unterschiedlichen Projekten produziert:

Windspiel Galerie, Wien

ICH.formen.

Die „Vermarktung“ von Persönlichkeit.
Die KünstlerInnen vermarkten die Personen wie eine Marke. Welche Visionen, Missionen, Fähigkeiten, Werte oder tief verwurzelte Überzeugungen haben sie? Kunstwerkstatt mit Schlusspräsentation 24. Februar – 16. März 2006 (Vernissage am 14. März)


soHo in Ottakring, Wien

ICH.Baustelle.
„Under Construction/Achtung Baustelle!“
Kunstfestival im Brunnenviertel, Wien
20. Mai – 3. Juni 2006 (Eröffnung 20. Mai)

Projektidee

Menschen werden heute aufgefordert, die eigene Persönlichkeit wie eine Marke zu profilieren und „mehr von sich zu zeigen“. Die beteiligten Personen nehmen teil am Marktplatz der Begegnung – eine Möglichkeit einander mit neuen Augen zu sehen.

Die KünstlerInnen vermarkten die Personen wie eine Marke. Welche Visionen, Missionen, Fähigkeiten, Werte oder tief verwurzelte Überzeugungen haben sie?

Wichtig ist, dass die künstlerischen Sichtweisen positiv sind, keine Zynismen enthalten, sondern den Personen wirklich etwas Neues, Interessantes etc. über sie mitteilen, im Sinn einer Ressource.

Interessierte Personen
InteressentInnen nehmen mit einem Foto von sich am Kunstprojekt teil.
Die KünstlerInnen bekommen aus diesen Personenfotos eines zugeteilt.
Dann startet jeder/jede KünstlerIn mit der Kontaktaufnahme und der Produktion. Dazwischen finden je nach Bedarf Gespräche und/oder Modellstudien, Fotosessions, Skizzen, Interviews, statt.

Die Resultate der künstlerischen Sichtweise, die entstandenen Werke, werden nach Beendigung der Produktionszeit präsentiert.

Hintergrund
Die Wirtschaft huldigt den Marken oft wie Götzenbildern. Die Markenpolitik sponsert heute kulturelle Veranstaltungen, Sportevents, breitet sich immer mehr in die Welt. Kultur und Sport wird um viel Geld von Sponsoren eingekauft und an die Marke gebunden – „Co-Branding“. Sportvereine heißen z.B. wie die Sponsoren.
Im Marketing wird heute über „Sinn“ und „Aufbau einer Beziehung“ diskutiert. Marken-fundierte Unternehmen sind nicht mehr am Verkauf einzelner Produkte interessiert, sondern wollen den Verbraucher völlig vereinnahmen. Supergeschäfte vieler Marken (wie z.B. Barbie, Nike) sind „spirituelle Tempel“ für die Kunden. Untenehmen versuchen eine starke Verbindung zu Kindern aufzubauen, sie sollen das Verlangen nach dem Produkt eingepflanzt bekommen, damit sie als Erwachsene der Marke blind nachlaufen, ja ihre Sklaven sind. Viele Unternehmen setzen auf die innere Bedeutung ihrer Marke: Freiheit, Abenteuer, Individualität oder Jugendlichkeit schaffen Felder der Identifikation.

Auch auf den einzelnen Menschen zeigt Markenpolitik Auswirkungen. Das Projekt ICH.formen ist aus der Beobachtung heraus entstanden, dass starker Individualismus – Die Marke ICH, die ICH.AG – und der Druck sich zu profilieren. wächst. Gleichzeitig machen sich aber auch soziale Kälte und Isolation breit.

Die vielen ICH.Marken, ICH-AGs schaffen eine Kultur der vereinzelten Individuen, die sich zusehends in der Gesellschaft allein gelassen fühlen. Kollektive sollen wieder verstärkt die Bindung in eine Gemeinschaft und festeren Halt verschaffen.
ICH.formen bildet eine temporäre Gemeinschaft von KünstlerInnen und InteressentInnen. Die „Identität“ der InteressentInnen wird untersucht und zu erweiterten versucht.

Pressebericht

soHo in Ottakring, Presse-Info: Mag. Martina Montecuccoli, content & event GesbR

Dynamische Kommunikationsprozesse unter allen 16 Mitwirkenden und darüber hinaus regte die ICH-Baustelle von Greta Znojemsky an: Dabei entwickelten acht KünstlerInnen in Zusammenarbeit mit acht BewohnerInnen des Brunnenviertels, die meisten von ihnen Kaufleute, jeweils spezifische „ICH-Marken“. Das Projektziel, nämlich Menschen, die viele kennen, von denen die meisten aber wenig wissen, aus künstlerischer Sicht als Persönlichkeiten zu präsentieren, wurde aus Sicht aller Mitwirkenden erreicht.

http://www.sohoinottakring.at/2006/proj_detail.php?pid=320
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